Structural Design, Hangar

Type: Publication
Year: 2018
Studio: Eike Schling
Editor:  Eike Schling, Kerstin Roscher
Published: LT, Chair of Structural Design, Technische Universität München, Prof. Dr.-Ing. Rainer Barthel
ISBN: 978-3-938660-37-9 

Vorwort

Die in diesem Band zusammengefassten studentischen Arbeiten entstanden im Rahmen des Master-Wahlfaches „Structural Design“ sowie dem zugeordneten Entwurfsprojekt im Wintersemester 2017/18. Das einsemestrige Fach setzte sich aus einer Vorlesungsreihe, studentischen Übungen, sowie dem Entwurf eines Hangars zusammen, dessen Ergebnisse die Studierenden im Januar 2018 präsentierten.

Die Übung begann mit einem Kurzentwurf zum Thema „Modulare Strukturen“. Die Gruppen von 2-4 Studenten bereiteten ein System aus gleichförmigen Modulen (mit max. 10cm Kantenlänge) vor, die sie am Stichtag innherlab einer Stunde zu einer 1 x 1 m großen Tragstruktur zusammenfügten. Die Ergebnisse geben einen vielfältigen Einblick in geometrische, konstruktive und tragwerkstechnischer Effekte elementierter Strukturen. Schwerpunkt der Analyse war das Thema „Flugzeuhangar“. Dabei wurden weitgespannte Tragwerke recherchiert, dokumentiert und schließlich im Kurs vorgestellt und diskutiert. Die Arbeiten zeigen historische und moderne Bauwerke, lineare und flächige Tragsysteme. Durch die ganzheitliche Analyse von Funktion, Tragsystem, und Konstruktion entwickelten die Studenten ein Gespür für den folgenden Tragwerksentwurf.

Schließlich entwickelten sechs Gruppen architektonische Konzepte für die Erweiterung der Junkershallen in Oberschleißheim.
Die Entwurfsaufgabe beruht auf einer realen Nachfrage des Flugvereins in Oberschleißheim. Dort stehen die denkmalgeschützten Junkershallen, welche bis heute als Flugzeughangar genutzt werden. Die Hallen, sind nach dem patentierten System von Hugo Junkers aus gleichförmigen Stahllamellen gebaut. Die Tonnen-Gitterschalen gelten als Meilensteine in der Entwicklung des Leichtbaus und bedeutende Zeitzeugnisse der Moderne. Das südliche Schiff der dreischiffigen Halle war während des zweiten Weltkriegs eingestürtzt und soll nun mit modernem Tragwerk und neuer Funktion wieder errichtet werden. Die studentischen Entwürfe untersuchten Funktionen, Formen und Tragsysteme, die dieser anspruchsvollen Aufgabe gerecht werden und sich gleichzeitig rücksichtsvoll an den Bestand anfügen. Die Neuinterpretation der Lamellenkonstruktion, die Fortführung der Tonnenform, und die Abstützung als Bindeglied zwischen Neubau und Bestand, sind drei Kernfragen, die mit einer Bandbreite an Lösungen beantwortet wurden.

Trotz der kurzen Bearbeitungszeit gelang den Studenten eine technische Umsetzung ihrer architektonischen Visionen in neue, konzeptstarke Tragwerksentwürfe. Dabei wurden unterschiedliche Tragkonstruktionen, wie Bögen, Seilnetz, Gitterschale oder Tägerrost angewandt.

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